Herr Deharde, wie wichtig ist heutzutage professionelles Netzwerken für Unternehmer?

Netzwerken wird immer wichtiger, gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Bis vor einigen Jahren lag bei vielen der Schwerpunkt in der Vermarktung. Dafür hatte jeder seinen individuellen Weg. Jetzt rückt die Zusammenarbeit untereinander immer mehr in den Vordergrund. Zu dieser Erkenntnis kommen immer mehr Unternehmer.

Warum das?

Bei der Fülle an aktuellen Herausforderungen ist es für den einzelnen schwer, den Überblick zu behalten und sich zeitnah Informationen zu beschaffen. Ich denke da an Themen wie die Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften, sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen, Richtlinien für Fördermittel, die Interessenvertretung der jeweiligen Branche gegenüber der Politik etc. Hier kann ein Unternehmernetzwerk unterstützen und dem Einzelnen den nötigen Input zum wirtschaftlichen Erfolg bieten.

Was bedeutet für Sie Netzwerkarbeit? Nutzen Sie dabei auch digitale Kommunikationswege?

Netzwerkarbeit ist für mich ein Austausch von Wissen und Erfahrungen – und zwar direkt von Angesicht zu Angesicht oder telefonisch. Digitale Netzwerke wie Xing, Facebook und Co sind dafür nicht die richtigen Werkzeuge. Ein Treffen unter Unternehmern bringt da meiner Meinung nach mehr.

Welchen Ansatz nutzen Sie, um zu netzwerken?

Ich engagiere mich im „Netzwerk Ernährungsgewerbe Sachsen“, einem 2013 gemeinsam mit der IHK Dresden gegründeten freiwilligen Verbund regional ansässiger Lebensmittelproduzenten mit Sitz in Bautzen. Die 20 Mitglieder tauschen sich regelmäßig aus, u. a. bei Stammtischen. Zudem sind wir Mitorganisatoren des jährlich stattfindenden Mitteldeutschen Ernährungsgipfels. Hier kommen Branchenvertreter aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Austausch zusammen. Von der Zusammenarbeit – regional und überregional – profitieren alle Mitglieder und Interessenvertreter der Branche. Zudem heben wir gemeinsam die Potenziale der Region.

Was sollte man beim Aufbau und bei der Pflege eines Netzwerkes beachten?

Aufbau und Pflege brauchen Zeit. Diese sollte man willens sein zu investieren. Ein Netzwerk wie das unsere braucht zwar eine gewisse Struktur mit Satzung, Vorstand etc. Dennoch sollten die Strukturen schlank und die Fixkosten so gering wie möglich gehalten werden. Es geht schließlich um den Austausch und nicht um das Verwalten von Strukturen. Auch die Größe spielt eine Rolle. In kleinerer Runde lernt man sich schneller kennen und baut Vertrauen auf. Das ist wichtig, um sich zu öffnen und Informationen und Erfahrungen zu teilen.

Mehr zum Netzwerk Ernährungsgewerbe Sachsen unter: http://www.ernaehrungsgewerbe-sachsen.de

Mehr zum Unternehmen:
http://www.lausitzer.de/de/

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