Mit „Big Data“ zur Prozessoptimierung und Kostenersparnis

Bei der MFT Motoren und Fahrzeugtechnik GmbH in Cunewalde hat die Digitalisierung einen Umdenkprozess in Gang gesetzt

Als mittelständischer Industriebetrieb und Automobilzulieferer im B2B-Bereich sind bei der MFT Motoren und Fahrzeugtechnik GmbH in Cunewalde digitale Prozesse seit Jahren in die betrieblichen Abläufe integriert. Geschäftsführer Guido Glinski nennt als Beispiel Software-Programme wie ERP (= Enterprise Ressource Planning), über das Lager- und Lieferprozesse, Materialbestellung etc. in Zusammenarbeit mit den Kunden abgewickelt werden. Doch als klassischer Zulieferer, der mit Nockenwellen, Ausgleichswellen und prismatischen Bauteilen für den Automobilbereich keine exklusiven Produkte herstellt, unterliegt das Unternehmen einem starken Konkurrenz- und damit einhergehend ständigen Kostendruck. „Unser wirtschaftlicher Erfolg hängt an der Effizienz bei der Fertigung der technologisch hoch anspruchsvollen Teile“, sagt Guido Glinski.

Um die Effizienz der Maschinen und auch der Unternehmensabläufe weiter zu steigern, beschäftigen sich Guido Glinski und sein Team intensiv mit dem Thema Digitalisierung bzw. Industrie 4.0. So finde gerade, laut Glinski, ein Umdenkprozess und Kulturwandel im Unternehmen statt. Echtzeitinformationen und zustandsbezogene Prozessdatenerfassung der Maschinen rücken in den Fokus. Demnächst startet ein Pilotprojekt zur Prozessoptimierung bei der Produktion. Dazu erklärt der Firmenchef: „Gemeinsam mit einer sächsischen Firma, die auf Industrie 4.0 spezialisiert ist, werden dabei Daten zur Maschinensteuerung abgegriffen und ausgewertet. Dadurch erhalten wir konkrete Informationen zum jeweiligen Betriebs- bzw. Verschleißzustand der Maschine. Mit diesem Wissen können wir rechtzeitig reagieren, um die Maschinenausfallzeiten zu minimieren bzw. wir sparen Zeit, wenn wir nicht unnötig die Maschine zur Kontrolle anhalten müssen.“ Mit diesem Projekt geht MFT Richtung „Big Data“, also der Erfassung und Auswertung von Daten. „Aber in einem handhabbaren Maß“, betont Glinski. Denn er betrachtet das Thema „Big Data“ auch mit Blick auf seine Mitarbeiter. Sie müssen Wissen, Kompetenzen und Erfahrungsschatz aufbauen, wie sie mit den erhobenen Daten umgehen bzw. darauf reagieren sollen. „Es bringt nichts, wenn wir eine Flut von Daten haben, aber diese nicht deuten und nutzen können.“

Auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung für sein Unternehmen und die damit einhergehende Spezialisierung hat Guido Glinski auch bei der Personalpolitik reagiert: „Als ich vor gut vier Jahren in das Unternehmen kam, lagen die Themen IT und Personalwesen noch in Personalunion bei einem Mitarbeiter. Doch mit dem Einzug von Industrie 4.0 braucht man Experten im Unternehmen, deshalb haben wir jetzt eine eigene IT/ERP-Admin-Abteilung.“

Ein weiteres Thema treibt Guido Glinski um, bei dem er die neuen digitalen Möglichkeiten im Blick hat. Das Unternehmen soll wachsen, sich breiter aufstellen – auch international. Um mehrere Standorte über Länder- und Sprachgrenzen hinweg zu koordinieren, bedarf es einheitlicher Kommunikationsprozesse im Unternehmen. „Hier sehe ich einen wichtigen Einsatzbereich für digitale Technik und Methoden“, blickt Glinski in die Zukunft seines Unternehmens.

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