Bereits in den frühen Zivilisationen Mesopotamiens und Ägyptens gab es die Praxis, bestimmte Massenprodukte wie alkoholische Getränke, Kosmetika, Bekleidung oder Öl als Marke eines bestimmten Herstellers zu verkaufen. So konnten, laut der Website des Markenverbandes, Wissenschaftler kürzlich eine ägyptische Tontafel als Warenschild für ein feines Olivenöl identifizieren. Es gab Produktnamen – Hemaka, ein Werbeversprechen – Das feinste Öl der Region – und die Andeutung, dass sogar die Götter es loben, da es mit erstklassigen Gerätschaften, in diesem Fall einer Ölpresse in einem goldenen Palast, hergestellt wurde.

Marken und die entsprechende Kommunikation sind also offensichtlich keine Erfindungen der Neuzeit, aber heute mehr denn je wichtige Aspekte der Unternehmensführung. Ist mein Unternehmen eine Marke? Was macht eine Marke eigentlich aus? Sind es ein einprägsames Logo, die Produkte, Farben, das Unternehmen an sich?

Häufig sind wir da alle Irrtümern aufgesessen – eben nicht das Logo ist die Marke – es ist Teil der Corporate Identity einer Marke;
nicht die Farbe prägt die Marke – kann sie aber charakterisieren (wie Milka -Lila, Post – Gelb oder Telekom – Magenta);
nicht das Produkt ist die Marke – das Produkt wird hergestellt, eine Marke hingegen ist etwas, was der Verbraucher kauft bzw. gerne haben möchte;
auch nicht das Unternehmen an sich ist die Marke – ein Unternehmen ist eine Wirtschaftseinheit, die nach klaren Regeln funktioniert. Bei einer Marke geht es um die Wahrnehmung eines Unternehmens bei Kunden, Wettbewerbern oder Mitarbeitern.

Starke Marken sind „Leuchttürme in den Köpfen der Zielgruppen“. Sie entstehen ausschließlich in den Köpfen der Menschen, der Konsumenten, durch Wiedererkennung, durch positive Erfahrungen. Bilder, die hinter einem Logo, einer Melodie, den Firmenfarben stecken prägen die Marke. – Auch für kleine und mittelständische Unternehmen, die leider allzu häufig meinen, Marke ist was für große Unternehmen und Konzerne, wirkt das. Auch da spielt Markenentwicklung, Markenbewusstsein, Markenpflege, Markenkommunikation eine Rolle – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Denn eine Marke

  • kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen,
  • schafft Vertrauen,
  • differenziert gegenüber Wettbewerbern,
  • kommuniziert Kundennutzen und Image,
  • strahlt positiv intern und extern aus,
  • ist immaterieller Wertschöpfer eines Unternehmens.

Eine Marke ist erfolgreich,

  • wenn sie eine klar definierte Identität besitzt,
  • wenn sie nach außen und innen gelebt wird,
  • wenn sie mit unverwechselbaren und qualitätsstabilen Produkten und Dienstleistungen in Zusammenhang gebracht wird,
  • wenn sie einen glaubwürdigen Ursprung hat

Unternehmen mit einer starken Marke sind wirtschaftlicher und erfolgreicher am Markt durch 

  • Steigerung des Unternehmenswertes – vor allem auch in Hinblick auf Unternehmensverkäufe und Nachfolgeregelungen (laut Sächsischem Wirtschaftsministerium und nach Berechnung des Institutes für Mittelstandsforschung (ifM Bonn) stehen in Sachsen bis 2018 ca. 5.300 Unternehmensübergaben an)
  • höhere Anziehungskraft für gute Mitarbeiter – also ein unbedingter Pluspunkt im Fachkräfte-Wettbewerb
  • besseren Status bei Geldgebern, Lieferanten und Abnehmern,
  • höhere Akzeptanz auf bestehenden und neuen Märkten

Die Bekanntheit und das Image einer Marke bzw. eines Unternehmens haben direkte Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Marken müssen für die Kunden erlebbar sein, erlebbar gemacht werden – das schafft letztlich den Wert der Marke. Es lohnt sich also für jedes Unternehmen, egal welcher Branche und welcher Größe, über seine Marke, deren Aufbau und Entwicklung nachzudenken und aktiv zu werden um damit seinen Unternehmenswert zu steigern

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